Es ist ruhig geworden hier.

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Es ist ruhig geworden hier. Ich bin sprachlos ob der Geschehnisse rund um Asylsuchende in ganz Europa. Ich bin tief berührt wie hilfsbereit und solidarisch die Menschen sind und gleichzeitig schockiert, dass Asyl (ein Menschenrecht) zum Politikum wird.

Ich habe mir heute viel Zeit genommen für diesen Artikel, ich habe ihn geschrieben, gelesen und gelöscht. Sicher dreimal. Ich bin wie im Nebel, fühle vor lauter Mitgefühl sonst nichts mehr.

Immer wieder die Frage, was kann ich tun?

Ich kann nur das machen was ich auch KANN und das ist besser als gelähmt warten, dass die Nachrichten besser werden. Ich kann schreiben, über den Umgang mit Kindern und Menschen und über den Versuch ein komplett gewaltfreies Leben zu leben. Keine körperliche Gewalt. Keine verbale Gewalt. Kein Machtmissbrauch. Keine Manipulation.

Gewalt hat viele Facetten und ich bin zum Glück in der Lage, mir abseits der körperlichen Gewalt, Gedanken zu machen – das können nicht alle, ich bin mir dessen bewusst.

Ich will diesen Fakt nutzen und zumindest in meinem Umfeld mich und andere inspirieren, gewaltfrei zu leben. Ich werde deswegen weiter schreiben UND unterstützen wo ich kann.

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Den Anfang möchte ich mit diesem Video machen, das ich vor kurzem gesehen habe (leider weiß ich nicht mehr von wem ich den Tipp bekommen habe):

Thich Nhat Hanh spricht in dem Interview über das Zuhören mit Mitgefühl (Compassionate Listening), Zuhören ohne Verändern zu wollen, nur zum Zwecke, dass der Gesprächspartner sein Herz ausschütten kann. Erst bei einem weiteren Gespräch, wenn alles gesagt und gehört wurde, kann auch über die unterschiedliche Sichtweise diskutiert werden.

Gewalt wird durch bewusstes Zuhören der Nährboden entzogen.
Es kann Heilung und Veränderung stattfinden.

Thich Nhat Hanhs beginnt diese intensive Zuhören mit folgender Einladung:

Dear friends, dear people
I know that you suffer a lot.
I have not understood enough of your difficulties and suffering.
It’s not our intention to make you suffer more, it is opposite.
So please tell us about your suffering, your difficulties.
I’m eager to learn, to understand.

Ich habe geweint, bei dieser Einladung, weil ich so tief berührt war. Ich wünsche mir, dass mir so zugehört wird. Ich will auch meiner Tochter so zuhören, und meinem Partner und allen die es brauchen.

Ich hoffe auch, dass den Menschen zugehört wird, die ihre Geschichte und ihre Ängste teilen wollen. Egal woher sie kommen. Egal was sie gemacht haben.

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Ich habe mich bewusst gegen ein Titelbild entschieden.

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