Stillen und Menstruation

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Dieser Archivbeitrag ist aus einem gemeinsamen Projekt mit Kathrin Sieder entstanden, als wir uns im ersten Mamajahr gegenseitig Fragen gestellt haben, für die es keine offensichtlichen Antworten gab.

Warum menstruiere ich nicht wenn ich stille?
Mich interessiert dabei nicht die Hormone sondern mehr das was dahiner liegt. Wo ist die Qualität des menstruieren hin? Welche ist anstelle dessen da?

Der Start der Menstruation leitete eine neue Lebensphase ein, ein Erwachsen ins Frausein. Mit jedem Mond gewöhnte ich mich immer mehr an meine neue Rolle, ich wuchs in die Weiblichkeit und mein Körper zeigte mir Weg. Ähnlich war es als sich ein befruchtetes Ei eingenistet hat, bevor mein Kopf wusste was <!–more–>passiert ist, zeigte mir mein Köper, indem die Menstruation ausblieb, dass es Zeit ist zu halten, inne zu halten.

Die Energie, die wir halten, hält auch dieses neue Leben und versorgt es mit allem was notwendig ist – neun Monate lang. Nach der Geburt hat sich zwar die physische Verbindung zwischen den Körpern gelöst, aber die energetische Verbindung sagt: „He, ich bin noch nicht bereit mich zu lösen. Ich fange jetzt erst an richtig zu arbeiten.“ Die Stillzeit ist die Zeit, in der ich mich auf mein Kind konzentriere, es kennenlerne, es begleite anzukommen und mich kennenlerne als Mutter. Meine neue Rolle finde. Die Stillzeit ist die Schwangerschaft für meine Mutterrolle. Vielleicht braucht es diese Zeit um mich als Mutter zu gebären?

Du fragst, wo ist die Qualität hin – ich glaube genau da, wo sie in der Schwangerschaft auch ist, nach innen gerichtet und das Nest versorgen. Mich versorgen als Mutter. Mich halten in der Fülle. Mich nähren um zu nähren. Es braucht da kein Aufbauen und wieder Abbauen, sondern es braucht andocken und ganz viel bekommen.

Ich habe meine Menstruation noch nicht wieder, aber ich stelle mir vor, dass wenn sie wieder da ist, dass ich dann voll und ganz beides sein kann: Mutter und Frau. Dass ich dann bereit bin, mich vom energetischen universellen Mutterkuchen abzudocken. Dass dann auch meine Geburt als Mutter abgeschlossen ist, ohne dass ich mich dabei als Frau aufgegeben habe. Dass ich dann unabhängiger bin, so wie dann auch mein Kind unabhängiger sein wird von mir. Wir werden uns dann anders begegnen.

© Picture by sinn-impuls.at

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