Was mich davon abhält, die Mutter zu sein, die ich sein will.

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Spannend wie sich sich Fragen in mein Leben drängen. Diese hier kam völlig unerwartet, da ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich mich als Mutter nicht hinterfrage. Ha, weit gefehlt. Auch in mir sitzen die Zweifel und alten Glaubenssätze.

Was hält mich also auf, die Mutter zu sein, die ich sein will?

Hier meine Top 3:

Falsche Vorstellungen

Es gibt da so ein Idealbild, das immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzt. Wie die Fernsehfamilie, die vom Bildschirm grinst. Wie die Freundin, die erzählt wie toll nicht alles ist als „Vollblutmama“ mit Klebepistole. Wie die Frauen, die Interviews geben, weil sie nicht nur toll aussehen auf Hochglanz, sondern auch noch 3 Kinder neben einem Vollzeitjob managen.

Ideal kommt von Idee und mehr sollte so eine Vorstellung auch nicht sein. Eine Idee, der man vielleicht nachgeht. Vielleicht aber auch nicht. Die man bewertet und dann entscheidet, ob es passt.

Ich entscheide selbst jeden Tag aufs neue was gut ist für mich und meine Familie. Alle in meinem Umfeld, vor allem mein(e) Kind(er) wollen mich sehen, authentisch mich und keine falsche Idee von mir.

Vergleich mit Anderen

Naja das ist ja fast so wie der vorige Punkt, nur noch „kritischer“ wie ich finde. Denn hier geht es auch schon um konkrete Kritik an sich. Eben nicht mehr das streben nach einem Ideal, sondern konkrete Ablehnung des eigenen Selbst. Die härteste Kritik geben wir uns meistens selbst, im Vergleich mit Anderen wird uns das auf dem Silbertablett serviert. Kritik ist dann nicht mal anstrengend. Wie bequem.

Ich bin in meiner Einzigartigkeit wertvoll und liebenswert. Alle meine Eigenschaften, werden gebraucht. Ich bin nicht diejenige, die entscheidet was für Andere wertvoll ist. Ich gebe immer mein Bestes und manchmal gehört zum Leben eben auch dazu, dass ich nicht perfekt bin. Gerade das ist aber auch das Geschenk, wenn ich meinem Kind zeigen kann, wie man auch in solchen Momenten liebevoll mit sich umgehen kann.

Sich nicht so annehmen wie man ist

Die Antwort auf die Frage: „Was hält mich also auf, die Mutter zu sein, die ich sein will?“, ist die Frage selbst. Solange ich mich nicht annehme, wie ich bin, werde ich nie die Mutter sein, die ich sein will. Denn die Botschaft, die dahinter steckt ist, so wie du bist bist du nicht gut. Und solange die Botschaft sich ausbreitet, wird auch nichts gut genug sein. Nebenbei freut sich die Ablehnung über die Riesenbühne und die Opferrolle tanzt im Takt und singt leise die Melodie vom Leid. (Funktioniert übrigens auch in anderen Lebensbereichen, wie Job oder Partnerschaft ;)).

Mich hat die Erkenntnis, dass ich mein Kind nicht vor dem Leben bewahren kann, letztens echt umgehaut. Klar will ich sie beschützen und ihr ein schönes Leben ermöglichen, aber für was trage ich eigentlich die Verantwortung und für was nicht? Vielleicht will sie gar keine Mama mit Spaßtröte und Klebepistole, sondern eine die ihr einfach mal lange in die Augen schaut. Ihr erklärt was ein Seelenaua ist und dass, die auch ok sind. Vielleicht will sie einfach genau mich, so wie ich bin.

Ich nehme mich an und erkenne, dass ich dadurch zur Ruhe komme. Der Widerstand löst sich in mir und in allen Bereichen meines Lebens. Ich bin gut zu mir.

Was machen diese Sätze mit dir?

© picture by pixabay.com

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