Mehr als die Summe meiner Teile

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Ein Ausflug in die Neurowissenschaft

Vor kurzem habe ich wieder darüber gehört wie effizient und energieoptimal das Gehirn eigentlich arbeitet. Gedanken, als Verbindungen im Gehirn, folgen eher gewohnten Mustern, anstatt alles neu zu bewerten. Mit der Fülle an Eindrücken und Emotionen, wäre unser Gehirn damit zu schnell überfordert. Damit es noch effizienter entscheiden kann, versucht das Gehirn außerdem in die unmittelbare Zukunft zu schauen und reagiert bevor überhaupt etwas passiert. Dabei unterscheidet es ganz stark zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Bekanntes wird gemäß den Mustern schon vorab sortiert, die passende Reaktion gewählt und abgehakt, damit genügend Ressourcen für Unbekanntes bleiben. Kann ja sein, dass um die Ecke schon ein Raubtier wartet.

Effizienz und Nutzen

Die Muster, nach denen das Gehirn entscheidet, sind teilweise schon sehr alt und auch viel abgeschaut von unseren Eltern. Das macht ja auch generell Sinn, dann muss nicht jede Generation alles neu lernen. Unerfreulich ist nur wenn sich negative Muster eingeprägt haben oder eben welche mit denen wir heute nicht mehr entscheiden wollen. Die erzeugen dann Widerstand in uns und regen uns im optimalen Fall zum Reflektieren an. Diese Reflexion kann es dann schaffen, dass wir in einem sicheren und entspannten Moment, die Energie aufbringen können, die unser Gehirn braucht um Muster zu hinterfragen und Entscheidungen neu zu treffen und Gedanken neu zu bilden.

Wer bin ich und kann ich mich annehmen?

So bin auch ich gerade wieder dabei zu reflektieren und was mir wirklich dabei hilft, ist eine liebevolle Sanftheit, die mich dabei begleitet. Das Wissen, dass die Muster die ich ablehne vielleicht schon sehr alt sind und viel Zeit gehabt haben mich zu prägen, unterstützt mich dabei sie zunächst einmal anzunehmen. Durchs Annehmen bin ich der Veränderung schon einen Riesenschritt näher gekommen. Widerstand hingegen ist wie eine Kraft die in die andere Richtung zieht, alles erschwert und noch dazu schlechte Laune bringt.

Muster erkennen

Habe ich mich in meiner Musterwelt einmal angenommen, kann ich das Muster hinterfragen. Wieder liebevoll und in dem Wissen, dass es einen wichtigen Zweck erfüllen will oder eben wollte. Dass es nicht bösartig ist und dass es ursächlich vielleicht auch gar nicht von mir ist. Was könnte der Zweck sein? Und von wem habe ich das Muster denn vielleicht übernommen? Diese Fragen können spannende Ergebnisse bringen, vor allem wenn man sich Zeit lässt und auch mal die Neugierde einfach forschen lässt. Manchmal ist es auch nicht spannend und man kommt drauf, dass die Mama das von der Mama von der Mama hatte und dass es früher wichtig war aufzuessen. Auch ok. Jede Erkenntnis ist eine Wichtige und wer weiß welchen Stein sie ins Rollen bringt.

Mir geht es dabei eben nicht ums Ändern der Muster, sondern vielmehr ums Erkennen. Mir geht es auch um eine Art neue Lebensphilosophie, wie man mich sich und seinem Sein umgehen kann. Hin zum Zuhören, Schauen und Staunen und weg von der Kritik und den Selbstzweifeln.

Denn gehe ich so mit mir um, kann ich das auch viel besser bei meinen Kindern und das ist in beiden Fällen ein wunderbares Geschenk, denn es bedeutet: „Du bist, so wie du bist gut und ich will dich kennen lernen!“.

 

Das Zitat aus der Überschrift lautet übrigens: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ und stammt von Aristoteles

© picture by pixabay.com

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