Danke fürs Trösten, Mama!

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Nach einem wunderbaren Sommer mit einer spannenden und langen Reise sind wir nun wieder, jeder mit seinen Verantwortungen, zu Hause angekommen. Der Mann arbeitet wieder, ich kümmere mich wieder hauptsächlich um die Kinder. Zwei Monate waren wir alleine in unserer Familienbubble und das Herausschlüpfen war nicht ganz schmerzfrei.

Eingewöhnung und wieder Einwohnen

Der Alltag mit all seinen Themen hat uns wieder. Mich beschäftigt vor allem die Eingewöhnung meines Sohnes in der Kindergruppe. Jetzt heißt es wieder in der früh aufstehen, rechtzeitig rauskommen, warten, zuschauen, geduldig sein, meine Erwartungen managen und mit seinen Emotionen umgehen.

Meine Tochter brauchte ja quasi keine Eingewöhnung, die ist da rein und wollte nicht mehr raus. Mein Sohn ist halt anders.

Er weint, wenn ich gehe. Und es ist ok zu weinen. Er erlebt den Abschied und das löst etwas aus in ihm. Trauer vielleicht auch Wut.

Was brauche ich wenn ich traurig bin?

Vor ein paar Tagen ging es mir nicht gut. Ich war erschöpft, müde und mich quälen derzeit immer wieder Kopfschmerzen. Ich war traurig, dass es nicht so rennt wie ich mir das erwartet habe. Deswegen habe ich meine Mama gebeten mich mit den Kindern zu unterstützen, sie ist gekommen und ich habe einfach mal nur geweint. Sie hat dann gefragt, was soll ich machen?

Ich habe gesagt, hör mir einfach nur zu.

Dann habe ich geschimpft und gemotzt. Ich habe alles rausgelassen, ich habe glaub ich sogar geflucht. Alles was ich mir sowieso denke, habe ich gesagt.

Das hat so gut getan. Bei Mama weinen tut gut. Ich war danach befreiter und gelöster.

Schmerz, gehört dazu

Es ist nicht vermeidbar, dass ich mal überfordert bin, oder dass ich müde, angestrengt, traurig bin. Das gehört zum Leben. Dem Auszuweichen würde heißen nicht mehr zu leben. Einen Teil nicht wahrnehmen zu wollen. Auch der Abschiedsschmerz meines Sohnes gehört dazu. Abschiede gibt es. Immer wieder.

Heilung und Trost auch

Deswegen bin ich wie ich meinen Sohn heute wieder gesehen habe einfach mal nur still gewesen. Nach einer Weile des Haltens habe ich ihm gesagt, ich höre zu, ich bin da. Ich kann dir den Schmerz nicht nehmen, aber ich kann dich begleiten und ihn mindern. Ich sehe dich.

Er hat sich an mich gekuschelt und sich entspannt.

Annehmen was ist

Es ist nicht einfach gewesen, meinen „negativen“ Gefühlen zu begegnen. Als ich gemerkt habe, dass ich mich jetzt zeigen muss und dass ich mich jetzt nicht mehr zusammenreissen will, hatte ich im ersten Moment Angst vor Ablehnung. Aber es ist ok vor Vertrauten zu sagen, dass es einem nicht gut geht, dass es einem einfach grad zuviel ist. Wo wenn nicht dort? Ich hatte einfach keine Energie mehr für falschglückliche Fassaden.

Entgegen jeder irrationalen Angst, wurde ich angenommen, so wie ich bin. Und das hat auch schon gereicht. Mehr habe ich nicht gebraucht um mich wieder besser zu fühlen.

Und mit dieser Erkenntnis gehe ich nun ein Stück entspannter und langsamer in die weitere  Eingewöhnungsphase. Wir machen das. Ich bin für ihn da. Und er wird gut mit Abschiedsschmerz umgehen können. Er wird das Vertrauen haben, dass seine Emotionen ok sind und dass er ok ist, so wie er ist. Und er kann immer bei Mama weinen, wenn er will, denn das ist manchmal einfach notwendig, auch wenn man 37 ist ;).

© Text und Foto, www.sinn-impuls.at

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